Fischverhalten beobachten und verstehen
 
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»» Ethologische Begriffe

 

Hier sollen in bewußt knapper Form Begriffe aus der ethologischen Fachsprache erklärt werden.

AAM: Angeborener Auslöse-Mechanis­mus, eine ererbte Gehirnstruktur, die ver­anlasst, dass spezielle Schlüsselreize durch die dazugehörige Instinkthandlung beant­wortet werden

Assoziation: die Verknüpfung von zwei Be­griffen.

Attrappe: Nachahmung von Objekten, die Schlüsselreize aussenden

Auslöser: Schlüsselreiz, der in der Regel nur von Artgenossen ausgesandt wird

Balz: Werbung um den (zumeist weibli­chen) Partner

Breitseitsdrohen: nebeneinander stehen­de Fische, die sich Kopf an Kopf oder Kopf an Schwanz bedrohen, meist verbun­den mit Flossenspreizen und Schwanz­flossen-Schlägen

Brutparasitismus: eine Form des Schmarotzertums / Parasitis­mus, bei der eine Art die Aufzucht ihrer Nachkommenschaft einer anderen Art überlässt

Brutpflegestrategie: eine angeborene, von Art zu Art unterschiedliche Methode, die eigene Brut durchzubringen

Demutsgebärde: im Kampf mit Artgenos­sen die aggressionshemmende Körperhal­tung, die der Unterlegene einnimmt

Drang: wie Motivation: die Bereitschaft eines Tieres zum Ausführen einer Handlung, auch Drang oder Trieb genannt

Dressur: vom Menschen gesteuerte Lern­vorgänge; im Freiland auch Selbstdressur durch „Lernen am Objekt"

Elternfamilie: Übernahme der Brutpflege durch beide Eltern bei weitgehend glei­chen Rechten und Aufgaben

Ethogramm: Verhaltensinventar, Aktions­katalog

Frontaldrohen: sich gegenüberstehend androhende Fische, oft Umrissvergrößerung durch abgespreizte Kiemendeckel u.a.

Instinktbewegung: Erbkoordination, erblich festgelegte Ant­wort auf bestimmte Schlüsselreize, meist aus verschiedenen Instinktbewegungen zusammengesetzt

Instinkthandlung: erblich festgelegte Ant­wort auf bestimmte Schlüsselreize, meist aus verschiedenen Instinktbewegungen zusammengesetzt

Karussellschwimmen: Phase des Kampf­verhaltens, wenn beide Kämpfer ver­suchen, sich gegenseitig in die Schwanz­flossen zu beißen

Kommensalismus: das Zusammenleben mit einer anderen Art, ohne dieser zu nutzen oder zu schaden

Kommentkampf: arttypischer Kampf zum Ermitteln des Stärkeren, der eine ernst­hafte Beschädigung der Kampfpartner weitgehend ausschließt

Leerlaufhandlung: Ablauf einer Instinkt­handlung bei hohem Drang ohne Auftre­ten des originalen Schlüsselreizes

Maulbrüten: eine Brutpflegestrategie: Ver­sorgung von Laich, Larven und / oder Jungtieren im Maul des einen oder beider Elterntiere

Maulkampf: häufige Kampfform bei Fi­schen; die Gegner verbeißen sich lang- ­oder kurzzeitig Maul gegen Maul

Mimikry: täuschende Signalnachahmung; kann sich auf das Aussehen, aber auch auf das Verhalten beziehen

Motivation: die Bereitschaft eines Tieres zum Ausführen einer Handlung, auch Drang oder Trieb genannt

Mutterfamilie: Brutpflege wird nur vom Weibchen ausgeführt

Nahrungsparasiten: Tiere, die sich von Teilen anderer Tiere ernähren, ohne ihre Opfer dabei zu töten

Parasitismus: Schmarotzertum; leben auf Kosten anderer, ohne die Opfer umzubrin­gen

Rangordnung: soziale Stellung innerhalb einer Gemeinschaft

Reiz-Reaktions-Kette: Handlungskette; be­sonders bei Balz und Kommentkampf auf­tretender Ablauf zwischen zwei Partnern, wobei die jeweiligen Handlungen Schlüs­selreize für den Partner sind

Revier: von Tieren beanspruchtes Gebiet, das gegen andere (besonders gegen Art­genossen) verteidigt wird

Sandhügelbau: Errichten von Sandhügeln unter den Nestern bei Fadenfischen; Leer­laufhandlung aus dem Brutpflegebereich

Schlüsselreiz: Außenreiz, der, vermittelt vom AAM, zu einer Instinkthandlung führt

Schwarm: größerer Zusammenschluss von Artangehörigen, Zusammenhalt durch so­ziale Attraktion

Symbiose: Zusammenleben verschiede­ner Arten, wobei jeder Partner Vorteile aus dem Miteinander zieht

Territorium: Revier, von Tieren beanspruchtes Gebiet, das gegen andere (besonders gegen Art­genossen) verteidigt wird

Trieb: wie Motivation; die Bereitschaft eines Tieres zum Ausführen einer Handlung, auch Drang  genannt

Übersprungshandlung: wenn bei großer Motivation eine Instinkthandlung nicht ausgeführt werden kann, kann die Erregu­ng zur Ausführung einer anderen Instinkthandlung führen

Vaterfamilie: Brutpflege wird nur vom Männchen ausgeführt

Warnfarbe: grelle und / oder auffallende Farbmuster, die von anderen angeborenerweise oder auf Grund von Erfahrungen als gefährlich erkannt werden


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