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Dr. Fischs Bio­kurs für Aquarianer


Ernährung I

© Dr. Jörg Vierke

Als "Ernährung" bezeichnet man die Aufnahme von allen festen, flüssigen und gasförmigen Substanzen, die tierische oder pflanzliche Lebewesen zur Aufrechterhaltung ihres Stoffwechsels benötigen. Die aufgenommenen Stoffe können sowohl organischer als auch anorganischer Art sein. - Andere Aspekte wie Nahrungskette, Nahrungspyramide, Produzenten u.s.w. werden Inhalt eines weiteren Kurses sein (Ernährung II).

Autotrophie
Die Ernährungsweise von grünen Pflanzen und vielen Mikroorganismen wird als autotroph bezeichnet. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass für das Wachstum dieser Organismen nur anorganische Stoffe (beispielsweise Mineralsalze, CO2) gebraucht werden. Der Energiegewinn erfolgt entweder über die Photosynthese (Phototrophie; s. dort!) oder durch die Oxidation von anorganischen Substanzen (beispielsweise H2, NH4+, H2S; Chemosynthese). Der Gegensatz zur Autotrophie ist Heterotrophie (s. dort!)

 
 Unsere harmlosen Friedfische wie dieser kleine Hemigrammus pulcher sind zum großen Teil polyphag, teilweise aber auch carnivor, also vorzugsweise Fleischfresser.

Carnivora (Fleischfresser)
Zu den Fleischfressern gehört der Großteil der Aquarienfische. Man bedenke, dass unter "Fleisch" hier jede tierische Nahrung zählt, also auch Kleinkrebse (Wasserflöhe), Insekten, Fische, aber auch das ausschließlich oder vorwiegend aus tierischen Bestandteilen hergestellte Kunstfutter. Die meisten der im Aquarium gehaltenen Carnivora sind im Hinblick auf ihre Nahrung nicht wählerisch und werden daher zu den Polyphaga gezählt (s. dort!)

Düngung
Zugabe von Nährstoffen, die das Pflanzenwachstum fördern. Bei den Nährstoffen unterscheidet man nach dem Anteil der benötigten Menge des Elements zwischen Makronährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Mikronährstoffen (oder Spurenelementen) wie Kupfer oder Chlor.
 
Ernährungstypen
Nach der Art der Nahrungsaufnahme unterscheidet man verschiedene Ernährungstypen. Beispiele: Strudler sitzen auf einem Substrat und erzeugen mittels Tentakeln oder Wimpern einen Wasserstrom, der kleine Nahrungsteilchen an die Mundöffnung herantransportiert (Beispiel: Lanzettfischchen, Seepocken). Filtrierer haben reusenartige Einrichtungen, mit denen bestimmte Nahrungsbrocken aus dem Wasserstrom zurückgehalten werden (Beispiel: Küssender Gurami, Erdfresser Geophagus). Weitere Ernährungstypen: Jäger (Hecht, Libelle), Sauger (Neunaugen), Sammler, Parasiten, Aufwuchsfresser. - Auf meiner Film-Seite zum Fress-Verhalten werden viele der verschiedenen Methoden dokumentiert. Dann wird man auch sehen, dass beispielsweise die Aufwuchsfresser ganz unterschiedliche Methoden haben, ihre Nahrung zu erlangen  >>>!

Essentielle Nahrungsbestandteile
Hierunter versteht man unentbehrliche Stoffe (von Elementen bis zu komplexen Molekülen), die dem Organismus durch die Nahrung zugeführt werden müssen, da er sie selbst nicht herstellen kann. Mangel eines essentiellen Nahrungsstoffes führt zu verschiedenen Mangelkrankheiten, völliges Fehlen zum Tode. Zu den bekanntesten essentiellen Nahrungsbestandteilen gehören die Vitamine.

Herbivora (Pflanzenfresser)
Tiere, die vorzugsweise oder ausschließlich Pflanzen fressen, werden als Herbivora bezeichnet. Unter den Fischen gehören hierzu nur sehr wenige Arten (beispielsweise der Graskarpfen; vgl. Omnivora und Carnivora!)

Heterotrophie
Die Ernährungsweise der Tiere, Pilze und der meisten Bakterien wird als heterotroph bezeichnet. Diese Lebewesen brauchen als Nahrung organische Verbindungen, also Kohlenstoffverbindungen, die sie als Energie- und Kohlenstoffquelle nutzen. Der allergrößte Teil dieser organischen Verbindungen ist direkt (Herbivora, Pflanzenfresser) oder indirekt (Carnivora, Fleischfresser) auf die Photosynthesetätigkeit der grünen Pflanzen zurück zu führen.

Viele omnivore Arten haben so vegetarische Gelüste, dass nur wirklich risikofreudige Aquarianer sie im Pflanzenaquarium unterbringen. Das gilt beispielsweise für den Kletterfisch Anabas, der neben Fleisch und Regenwürmern sehr gern Reis, Nudeln, Haferflocken, aber eben auch zarte Aquarienpflanzen zu sich nimmt.
Chaetodon trifasciatus ist oligophag. Der Nahrungsspezialist ernährt sich in erster Linie von lebenden Korallenpolypen und von den Tentakeln der Seeanemonen!

Monophaga
Tiere, die sich aufgrund ihrer Verdauungsorgane oder ihrer Fresswerkzeuge nur von einer einzigen Nahrungsart ernähren, werden als monophag bezeichnet. Hierzu gehören z. B. die Raupen des Maulbeerspinners, die Wachsmottenraupen oder der auf Bambusspitzen spezialiserte Panda. Tiere, die ein sehr enges Spektrum an Nahrungsarten haben, werden als oligophag bezeichnet (Gegenteil: Polyphaga, s. dort!).

Omnivora (Allesfresser)
Die Omnivora sind unter den Aquarienfischen an und für sich die pflegeleichtesten Tiere; dennoch werden sie im bepflanzten Becken leicht zum Problem, denn sie benötigen neben der tierischen auch pflanzliche Nahrung, einige Arten mehr, andere weniger. Da viele der omnivoren Arten aber abgestorbene Pflanzenteile bevorzugen, kann man sie oft .mit abgebrühtem Spinat oder Salat vom Fressen der Aquarienpflanzen abhalten. Außerdem gibt man ihnen vorzugsweise Flockenfutter mit einem hohen Anteil an pflanzlicher Substanz. Dennoch sind viele Allesfresser wegen ihrer vegetarischen Gelüste fürs Pflanzenaquarium grundsätzlich nicht geeignet.

Phototrophie
Bei dieser Form des autotrophen Energiegewinns wird die elektromagnetische Strahlung (Licht) als Energiequelle genutzt und in biochemisch gebundene Energie umgewandelt. Bei diesem auch als Photosynthese bezeichneten Vorgang spielt der grüne Pflanzenfarbstoff, das Chlorophyll, eine entscheidende Rolle.

Polyphaga
Die meisten unserer Terrarien- und Aquarientiere sind polyphag; d. h. sie sind von Natur aus für die Aufnahme und Verwertung von vielen Nahrungsformen geeignet. Je typischer diese Eigenschaft ausgeprägt ist, desto leichter gehen diese Tiere auch an Ersatzfutter (Futterflocken, Fleisch usw.).

© Dr. Jörg Vierke