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»» Biokurs Pflanzen für das Aquarium

Dr. Fischs Bio­kurs für Aquarianer


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Echinodorus: In ihrer südamerikanischen Heimat (hier Französisch Guayana) wachsen sie emers oder submers, ganz nach den jeweiligen Wasserständen
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Schwarzbarsche Elassoma evergladei lieben schwimmende Polster von Riccia fluitans, dem Flutenden Teichlebermoos, als Zufluchtsort und zum Ablaichen
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Wasserkelche wie diese Cryptocoryne ciliata sind eigentlich Sumpfgewächse. Im Aquarium gedeihen sie auch viele Jahre unter Wasser
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 Javafarn Microsorum pteropus "Windelov", eine vorwiegend submers lebende Pflanze, die sich durch Blattsprossung vermehrt, also vegetativ.

Biokurs Aquarienpflanzen

© Dr. Jörg Vierke

„Aquarienpflanze“ ist natürlich kein biologischer Begriff. Es sind Wasserpflanzen, die für die Gestaltung eines Aquariums verwendet werden. Hierzu ein paar Begriffe, die für Aquarianer von Nutzen sein könnten.

 

Emers

Emers wachsende Pflanzen wachsen außerhalb des Wassers. Es sind in der Regel Sumpfpflanzen. Sie brauchen ständig feuchten Boden und können zeitweilig auch submers, also unter Wasser leben, oft jahrelang. Zur optimalen Vermehrung bevorzugen sie jedoch den Aufenthalt an der Luft.

In den Wasserpflanzengärtnereien werden diese Pflanzen dann auch entsprechend gezüchtet und vermehrt. Hierzu gehören Echinodorus-Arten (Amazonas-Schwertpflanzen) und Cryptocorynen (Wasserkelche, benannt nach der Form der Blütenstände).

 

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Aufgeschnittener Blütenstand eines Wasserkelchs (Cryptocoryne). Um den Kolben (Spadix) unten die weiblichen Blüten, oben die männlichen.
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Vallisnerien sind submerse Blütenpflanzen. Im Aquarium vermehren sie sich aber in der Regel durch Boden-Ausläufer, also vegetativ
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 Das Hornkraut Ceratophyllum ist eine typische Stängelpflanze. Im Freiwasser wurzelt sie jedoch nicht im Boden wie hier im Aquarium. Sie treibt als Schwimmpflanze unter dem Wasserspiegel.

Schwimmpflanzen

An der Wasseroberfläche treibende Pflanzen sind Schwimmpflanzen. Dazu gehören Wasserlinsen, das Lebermoos Riccia und empfehlenswerte Schwimmfarne wie der Hornfarn Ceratopteris cornuta, aber auch unter der Oberfläche flutende Stängelpflanzen, wie Hornkraut Ceratophyllum und gelegentlich die Wasserpest.

Schwimmpflanzen sollten sich nicht zu stark ausbreiten, denn sie nehmen den unter ihnen wachsenden Pflanzen das notwendige Licht. Andererseits sind sie für viele Fische Laichsubstrat und für das Großwerden von Jungfischen oft unverzichtbar.

 

Solitärpflanze

Bei der Aquarien-Gestaltung sieht es in der Regel  am besten aus, wenn man die Pflanzen gruppenweise pflanzt. Das ist auch am natürlichsten, denn in der Natur findet man sehr oft großflächige Monokulturen.

Als Ausnahme die Solitärpflanze: Es sieht im Aquarium gut aus, wenn man eine besonders schöne und große Pflanze als Blickfang einzeln stellt. Sie braucht natürlich ausreichend Platz und sollte nach den Regeln des Goldenen Schnitts nicht etwa direkt in der Mitte des Aquariums stehen, sondern seitlich etwas verschoben.

 

Sporenpflanzen - Blütenpflanzen

Sporenpflanzen sind relativ einfach gebaute Pflanzen, die zur Vermehrung Sporen bilden. Unter den Aquarienpflanzen gehören zu ihnen Moose wie das Teichlebermoos Riccia (Abb. links!) und Farne (z. B. Javafarn, Abb. links ganz unten).

Blütenpflanzen sind in verschiedener Hinsicht höher als die Sporenpflanzen organisiert. Zu ihnen gehört der größte Teil unserer Aquarienpflanzen, auch wenn sie unter Aquarienverhältnissen nicht immer Blüten ausbilden.

 

Stängelpflanze - Rosettenpflanze

Stängelpflanzen sind, wie der Name schon sagt, mit einem typischen Stängel ausgestattet, an dem an bestimmten Knoten (Nodien) die Blätter einzeln (wechselständig), paarweise (gegenständig) oder quirlständig ansetzen. Beispiele für Stängelpflanzen: Indischer Sumpffreund, Wasserpest, Hornkraut.

Wenn die Abstände zwischen den Knoten, die Internodien, auf ein Minimum gestaucht sind, spricht man von Rosettenpflanzen. Auch hierzu Beispiele: Sumpfschraube (Vallisnerie), Wasserkelche (Cryptocorynen), Amazonas-Schwertpflanzen (Echinodorus).

 

Stoffwechsel einer Aquarienpflanze

Alle Pflanzen nehmen bei Licht CO2 auf. Aus Licht und CO2 erzeugen sie Zucker und daraus letztlich die gesamte Pflanzensubstanz (Photosynthese). Als Abfallprodukt entsteht O2, Sauerstoff. Bei Dunkelheit muss die Pflanze wieder einen Teil des tagsüber erzeugten Sauerstoffs veratmen.

Als Spurenelemente braucht die Pflanze in geringfügiger Menge Substanzen, die ihr als Dünger hinzu gegeben werden können. Sumpfpflanzen nehmen diese Stoffe fast ausschließlich aus dem Bodengrund auf, typische Wasserpflanzen (die vielfach auch nicht wurzeln!) dagegen mit der ganzen Körperoberfläche, bevorzugt mit den Blättern.

 

Submers

Submerse Pflanzen wachsen unterhalb des Wasserspiegels, es sind in der Regel echte Wasserpflanzen, die sich an das Unterwasserleben gut angepasst haben. Sie haben keine stärkeren Festigungselemente, wie sie Landpflanzen brauchen. Das Wasser trägt den Pflanzenkörper. Aber auch Sumpfpflanzen können zeitweise submers leben (siehe dort!).

 

Vegetative Fortpflanzung bei Pflanzen

Sie wird im Gegensatz zur sexuellen Fortpflanzung der Blütenpflanzen auch als ungeschlechtliche (asexuelle) Fortpflanzung bezeichnet. Die Blüten sind die Geschlechts-Werkzeuge der Höheren Pflanzen!

Nur einzellige Pflanzen pflanzen sich bevorzugt oder ausschließlich vegetativ fort, z. B. einige Algen. - Aber auch vielzellige Pflanzen, die prinzipiell alle einen sexuellen Fortpflanzungs-Modus besitzen, vermehren sich oft vegetativ. Dazu gehören Vallisnerien und Cryptocorynen, die über unterirdische Sprosse (Wurzelstöcke, Stolonen) Ausläufer bilden.

 

Vermehrung der Aquarienpflanzen

In einem gut eingefahrenen Aquarium vermehren sich die Pflanzen von selbst! Es wird im Gegenteil immer mal wieder nötig auszulichten und überschüssige Pflanzen zu entfernen. Zur Vermehrung der Aquarienpflanzen im Heimaquarium kommt es im Regelfall über die vegetative Fortpflanzung. In Wasserpflanzengärtnereien werden auch verschiedene andere Methoden angewandt.

Sumatrafarn und Javafarn (Ceratopteris) erzeugen Adventivpflanzen an den Blatträndern. Zu hoch gewachsene Stängelpflanzen können vermehrt und gleichzeitig verjüngt werden, wenn man die Stängel auf etwa halber Höhe abschneidet und die Stecklinge in den Boden setzt. Auch zu kräftig herangewachsene Rosettenpflanzen können geteilt werden.

© Dr. Jörg Vierke