Fischverhalten beobachten und verstehen
 
 SUCHE:
 

Besucherzähler


»» Aquarienbedingtes Verhalten

 

©  Dr. Jörg Vierke

 

Blauer Zwergfadenfisch Colisa lalia

Die Blauen Zwergfadenfische gibt es in der freien Natur nicht. Sie wurden vom Menschen geschaffen und scheinen auch im Verhalten nicht mehr vollständig der Naturform zu gleichen.
Apistogramma cacatuoides
Ein Männchen des Kakudu-Zwergbuntbarsches Apistogramma cacatuoides. Bei der Wildform findet man gelegentlich (nicht immer!) vereinzelte orangefarbene Flecken in der Rücken- oder Schwanzflosse. Durch Auslesezucht wurden diese Flecken vermehrt.

Farbguramicr.jpg
"Graffiti-Fische", mit Farbmuster versehene Speiseguramis (Osphromenus gourami).
Pfirsichgurami.jpg
Der "Pfirsichgurami" ist eine Zuchtform des Dicklippigen Fadenfisches Colisa labiosa

Die meisten Aquarienfreunde wollen sich ein Stück Natur ins Heim holen und sich eine Vorstellung davon machen, wie das Leben unter Wasser aussieht und abläuft. Leicht vergißt man dabei, dass vieles, was wir hinter den Aquarienscheiben beobachten, erst durch die Gefangenschaftssituation bedingt ist.

Ein Grund für "unnatürliche" Verhaltensweisen liegt sicher in den Fischen selbst. Viele Aquarienfische haben nur noch wenig mit den Naturformen gemein, weder vom Aussehen, noch vom Verhalten. Sie sind "Haustiere" geworden, sie sind domestiziert. So wenig wie unsere Haushunde noch Wölfe sind, so wenig sind viele unserer Aquarienfische mit den Wildformen gleichzusetzen.

Aber natürlich sind nicht alle Kunstformen zwangsläufig domestiziert. Und sicher sind nicht alle Kunstformen weniger schön als die Naturformen. Unter den Guppy- und Schleierkampffisch-Rassen gibt es wirklich wunderbare Formen. Allerdings - wer den Tierschutzgedanken ernst nimmt, sollte bedenken, dass die natürlichen Farben und Formen in sehr vielen Fällen wichtig für das gegenseitige Verstehen der Fische sind - am Beispiel der Guppy-Balz und am Beispiel des Paarungsverhaltens bei Trichogaster trichopterus habe ich das auf den vorhergehenden Seiten erklärt!

Die Kampffisch- und Guppy-Zuchtrassen, auch die Zuchtrassen bei den Apistogrammas sind meines Wissens ausschließlich durch konsequente Auslese entstanden. Wie aber sieht es bei anderen Formen aus? Ich denke hier an manche Krüppelformen unter den Lebendgebärenden wie die "Ballon-Mollies".

Es bleibt in vielen Fällen fragwürdig, wie die "Sonderformen" entstanden sind. Sind sie lediglich künstlich mit Farben aufgepeppt? Bei uns in Europa ist das verboten, in Südost-Asien ist es jedoch gängige Praxis, transparente Fische mit Kunstfarben "ins richtige Licht" zu setzen oder sie regelrecht anzumalen, Graffiti-Fische gewissermaßen! Und ich stelle mir auch immer wieder die Frage, wieviel Strahlenbehandlung und welche Chemikalien zu den Mutanten führten, die uns aus Osteuropa erreichen?!

Mehr zum Thema "Domestikation und Verhalten" auf der folgenden Unterseite!

Aber auch die räumliche Enge und manch andere Ursachen bewirken ein verändertes Verhalten bei vielen Fischen!

Mehr zum Thema "Räumliche Enge und andere Faktoren" auf dieser Unterseite!

Hier ein Film über den Paradiesfisch Macropodus opercularis. Es ist die lange Version (10 min), die Kurzversion dieses Videos (4.14 min) ist hier >>>

©  Dr. Jörg Vierke

 

Zurück zur Startseite

Zurück zum Inhaltsverzeichnis